Wolfsburg

Zwei Dinge dominieren die Stadt: Fußball und Volkswagen. Und jeder, der mit dem Zug nach Wolfsburg kommt, sollte wissen, dass diese Stadt erst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gegründet wurde. Was jedoch nicht heißt, dass sie arm an Sehenswürdigkeiten ist. Kein Wunder, dass ICs und ICEs aus allen Himmelsrichtungen täglich auf Wolfsburgs wichtigstem Bahnhof ankommen, dessen Gebäude, typischer Vertreter der Moderne, unter Denkmalschutz steht. Von hier aus seid ihr in knapp 20 Minuten zu Fuß im VW-Museum. Dort könnt ihr in Blechschätzchen aller Art schwelgen. Zum Schloss Wolfsburg ist der Weg per pedes auch noch machbar, aber für den Rest empfehlen sich öffentliche Verkehrsmittel.

Wolfsburg besichtigen

Wolfsburg hieß zunächst „Stadt des KdF-Wagens (Kraft-durch-Freude-Wagen, später VW-Käfer) bei Fallersleben“, da sie ausschließlich für Mitarbeiter des VW-Werkes geplant war. Erst im Mai 1945 wurde daraus Wolfsburg. Dabei begann die Urgeschichte schon 1302, mit dem Geschlecht derer von Bartensleben und ihrer Wolfsburg, anfänglich Wohnturm, später Wasserburg, dessen Vorgänger vermutlich die Turmhügelburg Rothehof von 1200 war. Burg Neuhaus stammte aus der Rothenhofer Linie, einem Zweig der Bartensleben. Komplizierte Geschichte. Von der Turmhügelburg Rothehof existieren im Wolfsburger Stadtwald nur noch Reste der alten Wallanlage.

Dafür gehören die mittelalterliche Wasserburg Neuhaus, das Wasserschloss Fallersleben und das Renaissance-Schloss Wolfsburg zu den bedeutendsten historischen Bauten der Stadt. Fallersleben (1520) mit der dazugehörigen Michaeliskirche, bildet zusammen mit dem Alten Brauhaus ein beeindruckendes, historisches Ensemble. Das Museum im Untergeschoss beschäftigt sich mit der Geschichte des Dichters Hoffmann von Fallersleben (1798 bis 1874), dem wir unsere Nationalhymne verdanken.

Damit sich die Reise mit dem Zug nach Wolfsburg lohnt, geht es gleich weiter, vorher braucht ihr aber eine kleine Stärkung. In der kalten Jahreszeit kommt ihr an Grünkohl und Pinkel nicht vorbei. Soll's schnell gehen, gibt es eine Braunschweiger auf die Hand, für die Süßen unter euch Butterkuchen. Dann geht's zur Burg Neuhaus von 1371, einst Ritterfestung und Brauerei, und seit die Stadt Wolfsburg 1981 die Burg erwarb, allen BürgerInnen offen, so dass auf dem Felsmassiv immer etwas los ist. Das Schloss Wolfsburg ist kulturelles Zentrum der Stadt mit Kunstverein, Stadtmuseum, Städtischer Galerie und Keramikwerkstatt. Den alljährlichen Veranstaltungen, von Gartenzauber bis Adventsfest, bieten Schloss und Parkanlagen einen malerischen Rahmen.