Wer schon einmal in Berlin war, weiß, der Stadt mangelt es an Sehenswürdigkeiten nicht. Doch auch das Umland Berlins bietet vielfältige Abwechslungen. Ob Seenlandschaften, Museen, Schlösser oder Abenteuerparks, in weniger als einer Stunde Zugfahrt hat man den Trubel der Großstadt hinter sich gelassen und erlebt Erholung, Spannung und Spaß. Wir zeigen euch die zehn Top Ausflugsziele, die ihr von Berlin mühelos und schnell erreichen könnt.

1. Schloss Sanssouci

Kein Berlinbesucher sollte sich einen Ausflug nach Potsdam zum Schloss Sanssouci entgehen lassen. Mit dem Regionalexpress ist man in einer halben Stunde direkt am Park, der auf der Westseite in der Nähe des Neuen Palais einen eigenen Bahnhof hat. „Sans Souci“ – ohne Sorgen – war das Motto des Lustschlosses, welches sich König Friedrich II. einst erbauen ließ. Hier entfaltet sich in berauschender Vielfältigkeit die hohe Kunst des Rokokos, die dem künstlerisch hochbegabten König so gefiel. Ob das schmuckvolle Konzertzimmer mit dem vergoldeten Deckenstuck, die Privat- und Arbeitsräume des Königs, die wertvolle Bibliothek oder der Marmorsaal, dem Besucher gehen die Augen über bei so viel Pracht. Im Lustgarten mit Brunnenanlage, Skulpturen und einem Chinesische Teehaus mit verschwenderisch vergoldeten Figuren kann man anschließend nach Luft schnappen und sich für einen Tag wie ein König fühlen.

Maulbeerallee, 14469 Potsdam – https://www.spsg.de/schloesser-gaerten/objekt/schloss-sanssouci

2. Heimatmuseum Bernau bei Berlin — Steintor

Nordöstlich von Berlin, nur gut eine dreiviertel Stunde mit dem Regionalexpress von Berlin entfernt, liegt das kleine Städtchen Bernau. Anfang des 13. Jahrhunderts gegründet, verfügt es über einen schönen historischen Stadtkern mit einer gut erhaltenen Stadtmauer. Von den ehemals drei Stadttoren ist nur eines erhalten geblieben – das Steintor. Und dieses beherbergt heute das Heimatmuseum Bernau, das bereits 1882 eröffnet wurde. Über steile, kurze Stufen und verwinkelte, enge Gänge gelangt man auf die Wehrgänge, von wo aus die Stadt einst gesichert wurde. Im angrenzenden Hungerturm, einst das Stadtgefängnis, findet sich ein acht Meter tiefes Verlies, in die einst die Gefangenen per Winde hinabgelassen wurden. In der einzigartigen Rüstkammer lässt sich dann die Sammlung mittelalterlicher Waffen und Rüstungen bestaunen, die Bernau seit Jahrhunderten von seinen Bürgern gesammelt hat.

Berliner Straße, 16321 Bernau bei Berlin – http://www.bernau-bei-berlin.de/de/stadtportraet/sehenswertes/museen/artikel-heimatmuseum_bernau_bei_berlin-steintor.html

3. Heidekrautbahn-Museum Basdorf

Ein besonderer Leckerbissen für eingefleischte Eisenbahnfans ist das Heidekrautbahn-Museum in Basdorf, 25 Kilometer nördlich von Berlin. Gegründet von dem Verein Berliner Eisenbahnfreunde e.V., kann man hier auf dem ungenutzten südlichen Streckenabschnitt der Heidekrautbahn – die Verbindung von Nordberlin nach Barnim in Brandenburg – mit Dampflokomotiven, Schienenbussen und anderen historischen Fahrzeugen der Dampflokzeit auf Museumsfahrt gehen. Auf dem Gelände des zentralen Bahnbetriebswerkes Basdorf lassen sich Prachtstücke wie ein Waggon von 1875, ein Schienenbus VT 95, Diesellokomotiven und ein Salonwagen bewundern. Gezogen von einer echten Hanomag-Dampflokomotive aus dem Jahr 1925 fährt man dann an ausgewählten Tagen in einstündiger Fahrt bis nach Berlin-Wilhelmsruher Damm.

An der Wildbahn 2a, 16348 Wandlitz OT Basdorf – www.http://berliner-eisenbahnfreunde.de

4. Kreismuseum Oberhavel – Oranienburg

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tWer sich für Heimatkunde interessiert, wird in Oranienburg fündig, mit dem Zug eine gute halbe Stunde nördlich von Berlin. Das 1926 als Heimatmuseum gegründete Kreismuseum Oberhavel ist im Südflügel des Oranienburger Schlosses untergebraucht und präsentiert auf drei Etagen eine umfangreiche Ausstellung zur Regionalgeschichte und Objekte zur Kunst- und Kulturgeschichte aus sechs Jahrtausenden. Das Museum war das erste Binnenschifffahrtsmuseum Deutschlands und zeigt anhand von Schiffsmodellen und Zubehör die Entwicklung der märkischen Binnenschifffahrt, der Wasserstraßen und des Schiffbaus. Darüber hinaus kann man in der frühgeschichtlichen Abteilung den berühmten Oranienburger Bronzehelm und ein bronzezeitlichen Goldarmreif bewundern.

Schlossplatz 1, 16515 Oranienburg – http://www.oberhavel.de/Freizeit-Tourismus/Kreismuseum-Oberhavel

5. Kletteras – Der Kletterpark Berlin Brandenburg

Wollt ihr euren Gleichgewichtssinn, eure Geschicklichkeit und euren Mut testen? Dann sei euch ein Ausflug in den Kletterpark Kletteras empfohlen. Man erreicht ihn mit dem Zug über Oranienburg und anschließendem Bus in einer knappen Stunde. Dafür wird man vor Ort mit einem Parcours aus Kletterwand, Hochseilgarten und Kletterwald belohnt, der Adrenalinkick und Abenteuer garantiert. Im Kletterwald könnt ihr euch wie Tarzan fühlen, wenn ihr zwischen den Baumkronen auf dünnen Balken und Hängebrücken von einem Baum zum anderen balanciert. Im Hochseilpark geht es dann nochmals luftiger zu, denn hier ist der Kletterer nicht vom Laub der Bäume umgeben und empfindet die Brücken und Hochseile um vieles höher. Mut und Balance sind gefragt, um den waghalsigen Parcours zu bewältigen.

Bauernmarktchaussee 10, 16515 Schmachtenhagen – http://www.kletteras.de

6. Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten

Wem der Sinn nach frischer Luft und Höhe steht, die Kletterei über Drahtseile aber zu gefährlich erscheint, für den ist der neue Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten ideal. Auf dem Gelände der ehemaligen Lungenheilstätten bei Beelitz, mit dem Zug ab Berlin direkt in einer halben Stunde zu erreichen, findet ihr den 320 Meter langen Baumkronenpfad und Zeitreisepfad, der sich zwischen den Baumwipfeln zwanzig Meter über dem Waldboden entlangschlängelt. Von dem Weg aus könnt ihr die einzigartige Architektur der Sanatorien und die historischen Gartenanlagen vom Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts aus einer ungewöhnlichen Perspektive betrachten. Der Baumkronenpfad beginnt an einem vierzig Meter hohen Ausgangsturm und führt zwischen Kiefern und Laubbäumen hindurch über Gelände, Gebäude und Ruinen. Frische Luft und herrliche Aussicht sind garantiert.

Straße nach Fichtenwalde 13, 14547 Beelitz-Heilstätten – http://www.baumundzeit.de/baumkronen-und-zeitreisepfad.html

7. Museumspark Rüdersdorf

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Gut dreißig Kilometer westlich von Berlin liegt der Museumspark Rüdersdorf, ein großes Freilichtmuseum, das an die hier früher betriebene Kalksteingewinnung erinnert. Das weitläufige Gelände mit seinen Kalksteinbrüchen diente früher als Kulisse in einigen Karl-May-Filmen und mag manch begeistertem Western-Fan bekannt vorkommen. Ihr könnt die Brennöfen und Transportanlagen, interessante Gebäude wie die Kalkscheune, die Rundumöfen, die alte Schachtofenbatterie und eine Schachtofenanlage besichtigen aber auch herrliche Spaziergänge auf den leicht begehbaren Wegen der schönen Grünanlage machen. Mit den technischen Bauwerken, die nach Entwürfen berühmter Baumeister wie Schinkel errichtet wurden, zählt der Museumspark zu den bedeutendsten Industriedenkmälern Deutschlands.

Heinitzstr. 9, 15562 Rüdersdorf – http://www.museumspark.de

8. Sommerrodelbahn Scharmützelbob

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Wer Spaß, Action und Nervenkitzel sucht, fährt am besten nach Bad Saarow bei Fürstenwalde zur Sommerrodelbahn Scharmützelbob, die – anders als es der Namen suggeriert – auch im Winter geöffnet hat. Südwestlich von Berlin gelegen, per Zug in einer knappen Stunde zu erreichen, biete die Ganzjahresrodelbahn den ultimativen Rodelspaß für Jung und Alt. Per Lift geht es in die luftigen Höhen der Rauener Berge, um dann durch zahlreiche Kurven und Sprünge ins Tal zu rodeln. Und das Beste: Ohne aussteigen zu müssen, beginnt die Abfahrt von neuem, und sollte es regnen, gibt es Regenhauben, um durch den Wald zu rodeln. Für zusätzlichen Spaß sorgt eine Indoor-Duellarena mit Bullriding und Baumstammspringen, einem Kletterparcour, einem Laserlabyrinth und vielem mehr.

Am Fuchsbau 7,15526 Bad Saarow – http://www.scharmuetzelbob.de

9. Lübben: Kahnfahrt auf der Spree

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Nur eine knappe Stunde mit dem Regionalexpress benötigt man, um in die herrliche Landschaft des Spreewalds einzutauchen. In Lübben könnt ihr idyllische Kahnfahrten sowohl durch den Unter- als auch Oberspreewald unternehmen, denn Lübben verbindet beide miteinander. Ob nach Norden oder nach Süden, Kahnfahren ist hier in beiden Richtungen möglich. Darüber hinaus bietet Lübben die Besonderheit der Stadtkahnfahrten, bei denen man das Stadtbild Lübbens vom Wasser aus bewundern kann. Ob Schnuppertour mit kleiner Schleusenfahrt, Grillfahrten, abendliche Lichterfahrten, frühmorgendliche Vogelstimmenfahrten oder kombinierte Touren mit Radfahren und Wandern, Kahnfahrten im Spreewald sind für die ganze Familie ein Erlebnis.

15907 Lübben (Spreewald) – http://www.spreewald.de/kahnfahrten-in-luebben

10. Familiengarten Eberswalde

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Rund sechzig Kilometer nördlich von Berlin können sich vor allem Familien mit Kindern einen Tag lang nach Herzenslust austoben. Im Familiengarten Eberswalde, dem einstigen Gelände der Brandenburgischen Landesgartenschau, findet ihr einen Märchenwald, Abenteuerspielplätze mit Kletterlandschaften, eine Riesenrutsche und einen überdimensionalen Freiluftflipper. Ein alter Montagekran kann bestiegen werden und bietet von der achtundzwanzig Meter hohen Aussichtsplattform einen herrlichen Blick über das Umland. Der Höhepunkt ist eine Fahrt mit dem Tretboot durch die unterirdischen Betriebsarchen des alten Walzwerkes, die stimmungsvoll mit Leucht- und Soundeffekten untermalt wird.

Am Alten Walzwerk 1, 16227 Eberswalde – http://www.familiengarten-eberswalde.de

Wer für einen Tag vom hektischen Geschehen der Hauptstadt Berlin Abstand nehmen möchte, ist mit den vielseitigen Attraktionen im Umland bestens versorgt. In weniger als einer Stunde Zugfahrt erreicht man Ausflugsziele, für die sich die Reise lohnt.