Giethoorn wird häufig als “das Venedig des Nordens” bezeichnet, und auch wenn das Dorf nicht wirklich im Norden liegt und es auch größentechnisch nicht mit dem echten Venedig aufnehmen kann, hat der Ort diesen Titel verdient - schließlich handelt es sich hierbei um ein Dorf, das nicht durch Straßen, sondern durch kleine Kanäle miteinander verbunden ist. Die 2500-Seelen-Gemeinde liegt im Nordosten der Niederlande, unweit des Ijsselmeers, gut eine Stunde von der deutschen Grenze entfernt. Wer den Massen und Abgasen der Großstadt für einen Tag oder ein Wochenende entfliehen möchte, der wird in Giethoorn aufatmen können - die einzigen Massen, denen man hier begegnet, sind Tagestouristen in der Hochsaison - denen man aber durch einen einfachen Abstecher in die weniger befahrenen Grachten leicht ausweichen kann, und Abgase sucht man hier vergebens - klare Luft, soweit die Nase reicht.

Giethoorn ist, ohne uns mit dieser Aussage zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen, eines der schönsten Dörfer Europas. Es ist einer der Flecken Erde, der vor Ort genauso aussieht wie auf allen Fotos professioneller Fotografen - wunderschön. Genug geschwärmt - wie also könnt ihr das magische Dorf auf dem Wasser mit eigenen Augen sehen? Wir empfehlen (natürlich) die Anreise mit dem Zug. Von Amsterdam aus dauert die Fahrt rund zwei Stunden, könnte also als Tagestrip bewältigt werden. Reist ihr von Deutschland aus und habt in Amsterdam schon alles gesehen, könnt ihr Giethoorn auch direkt ansteuern. Die nächste Bahnhaltestelle ist Steenwijk (als Beispiel: von Köln dauert die Zugfahrt rund 3,5 Stunden), von dort aus müssen noch einmal circa 15 Minuten Busreise bewältigt werden, um im schönen Giethoorn anzukommen. Die Bushaltestelle Dominee Hylkemaweg ist mit dem Bus Nummer 70 zu erreichen und liegt direkt im Zentrum des Ortes. Wer ein ganzes Wochenende in der kleinen Wasserstadt verbringen möchte, kann in einem der Hotels oder in einer Ferienwohnung Quartier beziehen.

Das Zentrum und der rote Faden des Dorfes ist die Dorpsgracht, der Hauptkanal, der sich durch den Ort windet und seine Teile miteinander verbindet. Von ihm gehen Nebenkanäle ab, die zu den einzelnen Häusern führen - diese sind auf kleinen Anhöhen gebaut, die wiederum durch Holzbrücken miteinander verbunden sind. Hier fahren keine Autos, das Hauptfortbewegungsmittel ist das Boot. Für Besucher werden Rundfahrten durch die Grachten von Giethoorn angeboten - die einheimischen Kapitäne sprechen mehrere Sprachen und erzählen während der Tour allerlei Geschichten über ihr Dorf und im Winter werden die überdachten Boote sogar beheizt. Abenteuerlustige können sich ein sogenanntes “Flüsterboot” mieten und selbst fahren. Die Boote kamen durch ihre leisen Elektromotoren, die während der Fahrt kaum zu hören sind, zu diesem Namen. Sie können im Voraus online reserviert werden. Wer nach dem Ausflug nach Giethoorn noch nicht genug vom Wasser hat, dem empfehlen wir, den Urlaub zu verlängern und über das benachbarte Ijsselmeer zu segeln. Schiff Ahoi!