Eine nicht repräsentative Umfrage zu unserem Reiseziel der Woche förderte folgende Stichworte zu Tage: Knödel und Sauerkraut, eine fotogene Brücke und günstiges Bier. Prag ist fast jedem ein Begriff - aber wo liegt das eigentlich? Näher, als viele denken. Prag ist die Hauptstadt der Tschechischen Republik, die an die Bundesländer Sachsen und Bayern grenzt; die Stadt liegt im Westen des Landes und ist beispielsweise von Dresden aus in nur zwei Stunden zu erreichen. Ein Reiseziel also, das sich für Bewohner des östlichen Teils von Deutschland sogar als Tagesausflug lohnt.

Prag, laut Wirtschaftsblatt eine der reichsten Regionen Europas, hat mit seinen 1,2 Millionen Einwohnern einiges zu bieten. Die Stadt wird auch als “Goldene Stadt” und “Stadt der hundert Türme” bezeichnet, weil das historische Stadtbild von zahlreichen Türmen geprägt ist, die in der untergehenden Sonne golden leuchten. Die Größe und Prächtigkeit der Stadt lässt sich kaum an einem Tag sehen, wenige Stunden reichen aber schon, um sich in die tschechische Metropole zu verlieben. Wir empfehlen folgende Route.

Die ultimative Prag-Tour für Eilige

Der Hauptbahnhof an sich ist bereits eine Sehenswürdigkeit und ein eindrucksvolles Gebäude. Gleich daneben, am Wenzelsplatz, befindet sich das Nationalmuseum, das Artefakte der Natur- und Kulturgeschichte zeigt. Die Ausstellung selbst muss man nicht gesehen haben, ein kurzer Abstecher lohnt sich vor allem wegen der eindrucksvollen Architektur des Gebäudes. Danach geht es zu Fuß weiter in das alte Stadtzentrum in Richtung des Altstädter Rathauses, an dessen Fassade sich eine der beliebtesten Attraktionen Prags befindet - eine Astronomische Uhr aus dem 15. Jahrhundert. Diese zeigt auf mehreren Ziffernblättern astronomische Daten, Himmelskonstellationen, Tierkreiszeichen und natürlich die Uhrzeit. Zur vollen Stunde setzt sich die Aposteluhr in Bewegung, die durch Figuren und Symbole eine Geschichte erzählt. Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes steht die Teynkirche, die mit ihren zwei mächtigen Türmen ebenfalls ein Wahrzeichen Prags ist.


Weiter geht es über die Karlsbrücke aus dem 14. Jahrhundert, die eine der bekanntesten Attraktionen der Stadt darstellt. Durch ihre Lage in der Innenstadt und die Aussicht auf zahlreiche Bauwerke, die diese bietet, ist sie Touristenmagnet und Foto-Hotspot zugleich. Sie verbindet die Ostseite und Altstadt mit dem südlichen Teil, auf dem sich die Prager Burg befindet und ist von Statuen zahlreicher Heiliger und Schutzpatronen gesäumt. Der Grundstein für die Burganlage wurde bereits im 9. Jahrhundert gelegt, mit der Zeit wurde sie immer wieder weiter- und ausgebaut und gilt heute als die größte geschlossene Burg der Welt. Im Lauf der Geschichte residierten hier zahlreiche böhmische Herzöge, Könige und Kaiser und auch heute ist die Anlage Sitz des tschechischen Präsidenten. Die Burg und der Veitsdom, die größte Kathedrale des Landes, die auf dem Burgareal angesiedelt ist, können besichtigt werden.

Süß und würzig bis salzig herb

Nach all dem Sightseeing ( oder zwischendurch) ist es Zeit für eine Stärkung in Form lokaler Spezialitäten. Typisch sind kräftig mit Kümmel, Knoblauch und Salz gewürzte Fleischgerichte, zu denen Knödel und Kraut gereicht wird. Üblicherweise geht der Hauptspeise eine Suppe voraus, Nachtische beinhalten häufig süßen Teig, Mohn und Pflaumenmus. Oft werden Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen angeboten; eine süße Spezialität ist Trdelník, auch als Baumstriezel bekannt. Unbedingt probieren! Das berühmteste Getränk aus Tschechien ist das Bier nach Pilsner Brauart, das sich weit über die Grenzen des Landes verbreitet hat. Na zdraví!